11.08.99 Teil 1
Oh das sollte ein schöner Tag werden, Frischling kommt her und bringt die Sonne mit oder war's die Finsternis oder wollte er nur die Brillen mitbringen? Eigentlich war noch Kumpel Rudi im Spiele, Kanu fahren wollten sie auch noch. Konnte gerade noch rechtzeitig warnen, sonst wäre es zum Unglück gekommen. Oder haben die ein Kanu in XXXL? Wobei, im heimatlichen Brandenburg habe ich das als Ferienspaß gerne betrieben, schöner Freizeitsport. Doch, Kumpel Rudi zog die schnöde Arbeit unserer illustren Gesellschaft vor.
Gerade noch rechtzeitig zum späten Frühstück erschien er ganz abgehetzt zu Fuß, das noch alte Auto hängt bockig irgendwo im Ort, es wußte von der geplanten Verschrottung und bäumte sich halt auf! Nun ja, da nehmen wir halt meines!
Frühstücken, Fotoausrüstung schnappen und Abfahrt. Frischling, warst ein prima Copilot, konnte endlich mal ohne Fragezeichen drauflosfahren. Wir suchten wie sehr viele angeblich verrückte Menschen das Loch in der Wolkendecke, die ausgerechnet an diesem Tage und ausgerechnet in der Gegend komplett organisiert war. Einige kleine blaue Zipfel hielten die Hoffnung doch tatsächlich bis -1 Minute am Köcheln!
Autobahnmeidend bewegten wir uns in der Hallertau, dem bayrischen Hopfenanbaugebiet, sehr ungewohnter Anblick für mich. In Mainburg wurde es dann end, Stau in allen Richtungen. Wir waren uns einig: Keinen Streß in und mit der Meute, also wenden und weg durch die Seitenstraßen. Bei den letzten 20 Minuten der Wolkenlochverfolgung erinnerten wir uns schmunzelnd an den kürzlich gesehenen Film Twister, in dem begeisterte Hurrican-Jäger dem Auge im Zentrum nachjagten. Na gut, bei uns war es nicht so gefährlich, es sei denn ich treffe einen Baum oder Straßengraben.
In einem Dörfchen war doch tatsächlich schon die Straßenbeleuchtung an! An die geplanten Fotos denkend fand ich das gar nicht so gut. Voll konzentriert mußten wir in den letzten Minuten vor der totalen Verfinsterung vieles in unseren Augen behalten: Weg, Karte, Wolken Wolkenloch, Uhr. Wer es nicht wußte wäre nie darauf gekommen, daß wir beide uns an diesem Tage erst vor wenigen Stunden das erste mal sahen und absprechen konnten. War doch 'ne starke Teamarbeit, nicht wahr?
Zur angegebenen Zeit der Totalen sagte ich mitten auf einem Feldweg, so jetzt ist Schluß mit der Fahrerei, Sonne finster oder nicht, hier bleib ich stehen. Links und rechts Hopfen, rundherum Wald und Wiesen und das wichtigste erwarteten wir von oben. Da kam auch etwas: Schnelle Verfinsterung, optisch gut faßbar wie bei einer Dimmersteuerung und exakt zur angesagten Totalen brach über uns ein stürmischer Wolkenbruch herein, daß ich das Gefühl bekam, in einer Waschanlage zu stehen. Nein, die hätten nicht so viel Wasser gehabt und die Walzen fehlten ja auch noch. Aber die Wirkung war doch eine gewaltige, wir staunten still vor uns hin, vergaßen zu fotografieren! Wenigstens uns auf Tauchstation hätten wir ablichten können, als Beweis sozusagen.


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