Chatterreise 1999

vor sechs jahren tauchte ich in die welt der chats ein, neugierig, ahnungslos. war dann über die dimensionen doch recht überrascht, erwischte einen seriösen chat mit interessanten menschen. bei planung meines ersten großen autourlaubs 1999 wurde mir mehrfach gastfreundschaft auch von chattern zuteil, für die ich mich mit diesem online-bericht bedanken wollte

Monday, September 05, 2005

04.08. - 06.08.99

Dieser Tag war einer familieninternen Angelegenheit vorbehalten und muß hier nicht näher beschrieben werden. Nur soviel: Wunderschöne Fahrt durch aufsteigenden Morgennebel im Hunsrück, Fahrt über Kaiserslautern nach Maikammer bei Neustadt/Weinstraße unter Vermeidung von Autobahn. Zielort malerisch in den Weinbergen gelegen, gute Sicht auf Rheinniederung und das Hambacher Schloß. Dank eines Fahrfehlers durfte ich mich noch durch die engen üppig und weinträchtig geschmückten Gassen von Bad Dürkheim schlängeln.

Einfach mal drauflosfahren, Land und Leute erkunden. Karte gucken und Abfahrt. Die Überraschung war voll auf meiner Seite: Warum hat mir keiner gesagt, daß der Hunsrück so gemütliche Dörfchen hat? Wie im Bilderbuch aus Omas Zeiten mit modernen technischen Ergänzungen. Pensionen, Ferienwohnungen, Gastronomie.... kommt man nicht gerade im Bus-Rudelstärke, hat man alle Chancen, auch ohne Buchung einen schönen Urlaubsplatz zu finden. Aber ein Ziel war doch programmiert: Das "Haus der Minerale" in Kirschweiler, eine besonders werbeträchtige Familienschleife, mit Ausstellungsräumen, Vorführungen, Laden und stolzen Preisen. Na ja, geschenkt gibt’s nichts. Habe mich auf's Fachsimpeln und Digitalfotografieren beschränkt.

Das Thema Edelstein ist ausreichend bearbeitet, nun ist da noch ein Kupferbergwerk in Fischbach im Angebot, das auch verspricht, am heißen Sommermittag etwas Kühlung zu verschaffen. Was den Berggeistern dann auch mit 11°C und 98% Luftfeuchte voll gelungen war!

Nach meiner spezifischen Frage wieviele Auf- und Abstiege meine defekten Kniegelenke überstehen müssen, kümmerte sich der junge Bergführer rührend um mich, schaute immer nach, ob wir älteren Mädels auch nachkamen. Oh ich wußte warum ich fragte, vor vielen Jahren war ich in einem noch aktiven polnischen Salzberkwerk. In 320 m Tiefe hatten wir dann eine Stunde Stromausfall, es war rappelduster und es kam die Befürchtung auf, wir müßten zu Fuß aufsteigen. Und die Hühnerstiegen hatte ich noch bei Licht gesehen, eigentlich nur Baumstämme mit Aststümpfen. Die Bergleute sind wirklich losgestiegen!

Nach gemütlichem Imbiß mit Insiderinfos von zwei irren Typen aus dem Leben der Steinschleifer leistete ich mir wieder eine geruhsame Rundfahrt durchs Grün des Hunsrück. Eine Waldlichtung lud zur Pause ein. Irgendwer flüsterte mir ein, ruf mal Frischling an, der braucht noch Informationen für das Treffen zur Sonnenfinsternis. Leider wurde ihm nix zugeflüstert, also war er nicht erreichbar. Offensichtlich war er fleißig am arbeiten. Aber: Diese Verzögerung hat mich vor unweigerlicher Beteiligung an einem just in dem Moment passierten Unfall an der Waldkreuzung Katzenloch, einer fürchterlich unübersichtlichen Schnittstelle zweier schneller Straßen bewahrt!

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