Chatterreise 1999

vor sechs jahren tauchte ich in die welt der chats ein, neugierig, ahnungslos. war dann über die dimensionen doch recht überrascht, erwischte einen seriösen chat mit interessanten menschen. bei planung meines ersten großen autourlaubs 1999 wurde mir mehrfach gastfreundschaft auch von chattern zuteil, für die ich mich mit diesem online-bericht bedanken wollte

Monday, September 05, 2005

03.08.99


Gut ausgeschlafen - endlich einmal - und gefrühstückt in aller Ferienruhe konnte ich mich auf meinen neuen steinigen Weg machen. Ob man will oder nicht, in I.O führen alle Wege irgenwand zum Edelstein. Man stolpert förmlich über Schleifereien, Geschäfte, Ausstellungen, Bergwerksanlagen. Von der Apotheke bis zur Tanke, alle haben ihren Firmennamen sehr deutlich kristallin gestaltet. Schmunzeln mußte ich bei einer Diamantfleischerei, ob man sich an deren Wurscht gleich die Zähne ausbeißt? Häuser, Straßen und Plätze sind übermütig mit großen Steinfunden geschmückt, in manchem Vorgarten stapeln sich Rosenquarze von Fußballgröße wie anderswo die Rüben zur Erntezeit auf dem Feld. Solch eine Verschwendung! Das mindeste sind aber die Achatscheiben zur Umrahmung der Türklinken, Namensschilder und Klingeln.

Weitaus schwieriger war es schon, einen Parkplatz zu finden, um mal für einige Stunden das Auto loszuwerden. Bereits im ersten Museum erfuhr ich deutliche Hinweise auf die heilige Touristenpflicht eines Bergwerksbesuches. Also raus aus dem Museum und rein in den Berg!

Gibt auch die Straßenführung durch das enge I-O-Tal manche Rätsel auf, immerhin eine kreuzungsarme, fußgängerfreie Miniaturausführung von L. A., irgendwie kommt man immer mal da vorbei, wo man hinwollte, zeit muß man mitbringen. Nach langer Anfahrt auf einen Berg hieß es Parken und weiter den Berg hinauf zu Fuß. Dieser Weg war dann wirklich sehr steinig, schön zwischen Bäumen und Sträuchern links und rechts aufgefädelte Prachtexemplare versteinerter Baumstücken, als Wegweiser zum eigentlichen Ziel. Der Weg war auch akustisch nicht zu verfehlen, trotz herrlichem Mischwald war da noch ein eher waldfremdes Geräusch. Das unregelmäßige Klopfen entpuppte sich dann als herrliche Spielidee für Kinder: Eltern dürfen Schürflizenz für 20,- kaufen, in einen speziellen Schacht einfahren, schürfen und die Beute per Schubkarre herausfahren, wo die Kinder bis an die Zähne bewaffnet mit Handschuhen, Schutzbrillen und Klopfwerkzeugen den Familienschatz stürmisch und kritisch bearbeiten durften. Pfiffige Bürschchen um die zwölf waren dann noch besser drauf und versteigerten gerade in einer Edelsteinbörse ihre Überschüsse.

Eine nette Kassendame brachte mich noch in der nächsten Führung unter (Singlevorteil!), der Besucherandrang reichte für die nächsten fünf halbstündigen Einfahrten. Begrüßung auf bergmännisch, Helm auf und los! Nein - eine nähere beschreibung des Berginneren gibt es hier nun nicht, Naturwunder sind nicht mit Worten nachvollziehbar, fahrt selbst ein und laßt auf Euch einwirken, was die Erde hier zu bieten hat!

Der Heimweg über umliegende Bergdörfer durch bewaldete Täler und offene Hügelketten führte mich sehr hypnotisch nach Kirschweiler: Das Mekka der Edelsteinschleifer, auf einer Straßenseite zählte ich 14 Namen, die Straßen habe ich nicht gezählt, irgendwer sprach mal von 60 Schleifen.

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