Chatterreise 1999

vor sechs jahren tauchte ich in die welt der chats ein, neugierig, ahnungslos. war dann über die dimensionen doch recht überrascht, erwischte einen seriösen chat mit interessanten menschen. bei planung meines ersten großen autourlaubs 1999 wurde mir mehrfach gastfreundschaft auch von chattern zuteil, für die ich mich mit diesem online-bericht bedanken wollte

Monday, September 05, 2005

10.08.99

Geburtstag, mein eigener. Nix besonderes, passiert jedem mal und mir jedes Jahr. Machmal sogar in den Ferien, was früher immer so war, aber seit den rollenden Ferienzeiten ist das auch nicht mehr sicher. Das schönste: keiner hat's an den Tage bemerkt, daß ich schon wieder eins älter wurde. Na gut, die Sippe konnte sich's wieder nicht verkneifen und mußte dies laut durchs Handy verkünden. Besonders gäbs eigentlich nur über meine früheren Formen des Feierns zu berichten, ich denke schon ungewöhnlich und immer spannend voller Überraschungen: Alles andere all die übliche Tortenschlacht mit Kerzenauspusten und Schleifen am Päckchen, nicht einmal immer Blumen, aber wenn solche, dann besonders liebevoll gemauste, gepflückte, gemalte...Beim Hochgebirgsurlaub gab's zum 18. Geburtstag Silberdisteln, zwei Meter hoch!

Durch die Ferienpräsenz entwickelte sich eine mir eigen Sicht auf diesen einzigsten privaten Feiertag: etwas besonderes darf schon sein, so daß die Erinnerung daran gut haften bleibt. So mußte ich vor Überreichung der Silberdisteln einen Tag durch schwieriges glitschiges Kalksteingebirge auf einen Tatraberg namens Onishte klettern, um kurz bei Regen mit meinen Bergfreunden zu rasten und zu frieren und dann wieder möglichst wenig rutschend wieder herunterzuklettern. Die Belohnung dafür: Mein erster flüssiger Enzian! Der lief gut!

Die Feier zum zwanzigsten geriet zur zweiwöchigen Fahradtour durch Thüringen.
Und weil so schön lief, der folgende Geburtstag als krönender Abschluß der 10-Tage-Radtour durchs Böhmische mit Ziel und Fete in Prag, meiner (un-)heimlichen Liebe unter Europas Großstädten. Oder: Dem ersten Viertel vom Hundert widmete ich die elegante Form der Rucksack-Tramp-Tour, zwei Wochen durch den Böhmerwald zu zweit, herrlich. Aber auch ziemlich naß nach wochenlangem Regen, das Zelt hing neben den Socken zum Trocknen, Biwak tut's auch.

Innerdeutsch bemerkenswert. Ungeplant und drum so schön, der Vierzigste wurde während meines ersten nachwendischen Besuchs im königlich-bayrischen Biergarten zu München ersäuft. Die Liste solcher Geburtstage ist länger, zu lang.
So gesehen wurde der aktuelle Feiertag sehr ruhig und unbedeutend, aber genau das war gewollt. In den letzten Jahren hatte ich zu Hause mehr Telefondienst als Feieraktivitäten, ich bin auch so schreibfaul geworden, Anruf ist bequemer.
Also weit weg vom Telefon und Handy aus. War ein wunderschöner Ausflug: Schleuse Dietfurth, Beilngries, Schloß Prunn, die Perlen des Altmühltals. Komisch geregnet hat es auch wieder. Gleich werde ich für verrückt erklärt: die Krönung des Feiertages war der Nachmittagsschlaf, genau wie im Vorjahr - schon Vorbereitung auf die Seniorenphase?

Der ganze Tage war etwas überschattet durch ein Eigentor: Meine Sehausrüstungen für die Sonnenfinsternis waren spurlos verschollen, wenigstens erstmal aus meinem Gedächtnis. Dem wollte einfach nichtr einfallen, wo ich Brille und Schwarzglas versteckt hatte. Käuflich war ja inzwischen aufgrund des Medienrummels nichts mehr zu erwerben. Das betrübte mich schon, nach all den Bemühungen, sollte es das gewesen sein?
Eine allerleste noch aktive Hirnwindung flüsterte mir dann beim Nachmittagsschlaf noch eine allerletzte Chance und sehe da - alles an Ort und Stelle, SoFi gerettet!

Für die liebe Familie habe ich dann mein Handy wieder aktiviert und siehe da, die fröhlichen Geburstagsgüße flatterten ein: mein Bruder schnoddrig-kurz, wie immer, meine Schwägerin gerührt-liebevoll und als Überraschung kam aus München ein original vorgetragener musikalischer Gruß: Klein Anna (knapp 3) trällerte vergnügt mit Papa das "Happy Birthday" über den Satelliten. Ich war hin und weg!
Aber: Für den Abend war ich dann eben wieder fit wie ein Turnschuh, aber das ist auch eine ganz andere Geschichte.

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