07.08. - 08.08.99
Das erfuhr ich erst nach Ankunft in I-O: Am Ende meines Aufenthaltes hier sollte es den 1. Edelsteinmarkt geben. Extra für mich? Oh, sehr aufmerksam!Noch am Freitag vor Beginn des Marktes inspizierte ich die Lage, Parkplatz-bedingungen, Geschäftslage, Angebote, Gastronomie, Fotografische Möglichkeiten.
Ich hatte noch den spöttisch gemeinten Auftrag im Ohr ein rotes blinkendes Herz zu beschaffen, wie im Märchen, fast unlösbare Aufgaben sofort...Also konnte es nur ein Edelsteinherz werden, rot wäre Achat, Jaspis, aber eben nicht leuchtend.
Nein, Leute, wer soll den Rubin bezahlen? Ich war ja der Meinung, aus gegebenem Anlaß wäre auch ein grünes Waldherz oder eines mit goldbraunen Streifen angemessen... aber Geschmack ist eben keine Streitsache. Ich habe malachitgrüne Handsteine im Museum gesehen, atemberaubend! Malachit ist unbedingt ein Favorit für mich. Am Freitag hatte man mir in 14 Edelsteingeschäften das Herz als Handstein ausreden wollen, gibt’s nur mit Anghänger"kuppplung" oder wenigstens mit Bohrung! Ich stur: Das woll'n wir doch mal sehen. Ich war mir ganz sicher, mit meiner hart antrainierten Geduld und Ausdauer schaffe ich's doch noch.
Samstagvormittag, ich beginne am unteren Ende des eben eröffneten Marktes, der bereits sehr gut besucht war und beobachtete fröhliches Treiben. Schleifer zeigten Schliffproben, Schmuckgestalter ihre Kreationen, an allen Ständen wurden schöne und teure und kitschige Sachen angeboten, für jeden etwas. Auch eine Edelsteinprinzessin war im Aufgebot, die Musi spielte auf und die Gastronomen rieben sich schon die berühmten zwei Finger. Aber bereits am allerersten Stand fing ich an zu funkeln, eine große Schale voller Handsteine, Herzen ohne Bohrung, alle in gleicher richtiger Größe, einer schöner als der andere!. Nun hatte ich das Problem aus der engeren Auswahl von 14 das richtige auszusuchen. Versucht es mal, wenn Ihr den Geschmack des Empfängers noch nicht kennt. Nun später zeigte es sich, ich hatte richtig ausgewählt, ein tiefrotes Tigerauge mit geheimnisvollem Schillern, was ja auch als Blinken durchgehen kann!
Nach ausgedehntem Beobachten des fröhlichen Treibens ließ ich mich gastronomisch verleiten und dann auch gleich noch touristisch: Ein Tischgast meinte, ich müsse unbedingt auch an die Mosel, es sei nicht weit. Na gut es war noch früher Nachmittag und die 80 km bis dahin schaffe ich auch noch. Allerdings hatte ich die Serpentinen auf der Karte nicht so deutlich gesehen, oh da ging es aber rund! Fuhr bis Traben-Trarbach, dann einige Moselschleifen, um die Weinlagen zu bestaunen - wirklich, sehr schön - und wählte für die Rückfahrt den Tunnel und durch Bernkasel-Kues gelangte ich zu den schönen Serpentinen zurück. Also hatte ich die Übung in beiden Richtungen, bin nun reif für Monte Carlo!
08.08.99
Kurz entschlossen hatte ich meine Planung zur Weiterfahrt verändert. Mein Lieblingsneffe meldete heftigen Protest an, als er meine geplante Vorbeifahrt an München/Ottobrunn vernahm. Das könne nicht sein, schließlich hatte ich seine kleine Anna (Merkt Ihr was? Das ist anna1 !) zuletzt vor zwei Jahren zur Taufe gesehen, inzwischen ist sie fast drei Jahre und quasselt mit mir am Telefon wie 'ne Alte, wird bestimmt auch 'ne gute Chatterin! Das Ziel lautete also neu: Ottobrunn zum Kaffee bis Abendbrot und weiter nach Riedenburg im Altmühltal. Es war Sonntag und damit gut Autobahn-fahren. Eine Rast kurz vor Stuttgart wurde durch einen Zeppelin direkt über uns aufgewertet. Ein Rätsel war mir noch, wie ich die fehlende südwestliche Autobahn-umgehung vor München überstehen sollte, keinesfalls wollte ich durch die City. Das Problem löste sich selbständig. Kurz durch einen mich böse schneidenden Raser abgelenkt und geriet ich westlich vor München auf den falschen Weg, der nördlich um München herum führte. Kurz entschlossen entschied ich: Bleib, wo Du bist und fahr weiter, innerhalb von 30 Minuten war ich unbeschadet an der Ausfahrt nach Ottobrunn. Obwohl ich dann viel zu spät die Pension im Altmühltal fand, der Besuch bei Klein-Anna war unbedingt nötig und wunderschön.
Bei der Abfahrt in I-O hatte es geregnet - wenn Engel reisen... - kurz vor Stuttgart war das schönste Sommerreisewetter wieder da und vor München hatte ich zeitweise eine wunderbare Sicht auf hohe Berge, ich denk mir mal das waren die Alpen.
Während der Weiterfahrt nach Riedenburg im Nordosten von München hatte ich ein astronomisches Problem, wieso hängt zu 20:00 Uhr die Sonne tief und rot frech grinsend direkt auf meiner Motorhaube? Wurde was geändert seit ich aus der Schule bin? Total geblendet stand die Frage: Bremsen? Aber nicht lange, die hinter mir fuhren garantiert ebenso ins gleisende Nichts. Immerhin, nach mehreren Kilometern hatte man die Sonne wieder in die traditionelle Richtung gehängt.
Ausgesprochen gute Fahrbedingungen, kaum noch Betrieb auf der Autobahn ab Holledau nach Regensburg, die Uhr im Nacken, also Schußfahrt nach San Remo... glaubt mir zu Hause sowieso keiner! Immerhin war ich gegen 22:00 Uhr im Ort, nun noch 30 Minuten Gartenstraße und 20 Minuten Handy im Auto suchen, Wirtin suchen, Duschen, Flippy anrufen und die Welt war wieder in Ordnung.


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